Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 50

Mit großen Augen blickte ich Bill an. Was sollte denn jetzt noch kommen? „Was soll ich dir für einen Gefallen tun?“, fragte ich vorsichtig nach. Bill drehte sein Gesicht zu meinem. Tief blickte er in meine Augen. Ich konnte Tränen in seinen Augen glitzern sehen. Immer näher schien er mir zu kommen. Mich trieb das ganze fast in den Wahnsinn. Was sollte ich nur tun. Ganz nah hatte er sein Gesicht bei meinem Ohr und flüsterte kaum hörbar drei Worte ins Ohr, was mein Blut in den Adern zum Erfrieren brachte. „Schlaf mit mir!“ Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, fing er an, Küsse an meinem Hals zu verteilen. Stocksteif stand ich da. Ich konnte nur langsam realisieren, was gerade passierte. „Bill...“, kam es flehend von mir. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Stocksteif stand ich da. „Bill, bitte nicht...“, brachte ich nur leise heraus. Hoffentlich kam nicht genau jetzt Tom zurück. Ich wollte doch das alles gar nicht. Doch ich wollte mich nicht wehren, wollte Bill nicht weh tun. Endlich kam langsam wieder Leben in mich. Ich nahm Bills Arme und schob ihn vorsichtig ein Stück von mir. „Es tut mir Leid, aber ich kann nicht“, versuchte ich ihm vorsichtig zu erklären. Reumütig drehte Bill seinen Kopf weg. „Tut mir Leid“, kam es kaum hörbar von ihm. Wieder rannen Tränen über sein Gesicht. Ich kämpfte in diesem Moment sehr mit mir, ob ich ihn in den Arm nehmen sollte oder nicht. Auf der einen Seite wollte ich auf keinen Fall, dass er es falsch verstand, auf der anderen Seite wollte ich für ihn da sein. Wie in einer ganz normalen Freundschaft. „Darf ich dich umarmen?“, kam es fast zeitgleich von Bill. Als ob er meine Gedanken lesen konnte. Leicht zögernd ging ich die zwei Schritte auf ihn zu und schloss meine Arme um ihn. Wie ein kleines Klammeräffchen klammerte sich Bill an mich. Mir schien, als ob wir stundenlang so gestanden wären. Nach einer Weile schien Bill sich wieder beruhigt zu haben. Er stand immer noch dicht an mich gedrückt und hatte ebenfalls seine Hände um meinen Hals. „Bill? Geht’s wieder?“, fragte ich vorsichtig nach. „Hm“, kam es leicht bestätigend von ihm. Leicht löste er sich nun von mir und wandte seinen Blick ab. Warum schaute er mir nicht mehr in die Augen? Ununterbrochen schaute ich ihn an, doch ich wusste beim besten Willen nicht, was ich sagen könnte. „Bleibt das von eben unter uns?“, wandte sich Bill an mich. Flehend blickte er mich jetzt an. Ich nickte. Ich hatte selbst viel zu sehr Angst, dass, wenn Tom das erfahren würde, er mich verlassen würde. Dabei hatte ich selber doch gar keine Schuld, oder? Hatte ich unbewusst irgendwelche falschen Signale gesendet? Ich wusste es nicht. Eine Frage brannte mir dann allerdings doch noch unter den Nägeln. „Wie weit wärst du eben gegangen?“, fragte ich vorsichtig nach. Ich zog leicht den Kopf ein, hatte Angst vor der Reaktion und der Antwort. Bill schien kurz zu überlegen. „Keine Ahnung“, kam es etwas knapp von Bill. Damit musste ich mich wohl zufrieden geben. Von dem vielen Weinen war sein ganzes Augen-Make-up im Gesicht verteilt. „Wir wollten uns nachher um acht noch bei Georg treffen, kommst du mit?“, fragte ich.

~Sichtwechsel~

***Bills Sicht***

Sie hat mich zurück gewiesen. Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen. Wie kam ich nur auf die hirnrissige Idee, sie zu küssen? Niemals würde sie meine Gefühle erwidern. Sie war glücklich. Mit Tom. Eigentlich sollte ich mich für meinen Bruder freuen. Aber jedes Mal wenn ich die zwei so glücklich zusammen sah, zersprang mir förmlich das Herz. Im Krankenhaus sie so leicht bekleidet neben Tom liegen zu sehen war einfach zu viel für mich. Ich wusste ja, sie hatten Sex. Ich wusste auch, dass Tom sie entjungfert hat. Das spürte man an ihrer Aura und wie die zwei miteinander umgingen. Was würde ich nur dafür tun, wenn ich sie nur einmal berühren dürfte, streicheln, alles was Tom tagtäglich wie selbstverständlich tut. Sie fragt, ob ich später mitkommen wolle, wenn sich alle bei Georg trafen. Wollte ich? Ich war mir nicht sicher. „Ich weiß noch nicht, ich überlegs mir“, antwortete ich ihr deshalb. Stumm blieben wir stehen. Keiner sagte etwas und die Stille machte mich wahnsinnig. Ich hob den Kopf an. „Ich würd jetzt gern duschen“, schob ich als Argument vor, warum ich allein sein wollte. „Oh, ja, OK, ich geh dann mal“, kam es stotternd von Steffi. Sie setzte an zum gehen, öffnete die Tür und drehte sich nochmals um. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Mundwinkel, ehe sie ganz aus meinem Zimmer trat. Die Tür schloss sich und kaum eine Sekunde später lies ich mich aufs Bett fallen. Warum konnte ich meine Gefühle nicht einfach bei mir behalten?

~Sichtwechsel~

***Steffis Sicht***

Ich schloss die Türe und stand auf dem leeren Flur. Unschlüssig blickte ich von Gustavs zu Toms Zimmer. Wo sollte ich hingehen? Ich entschloss mich für Toms Zimmer. Ich öffnete die Türe und trat ein. Tom war nicht da, der schien offenbar noch bei Gustav zu sein. Mein Kopf hämmerte wie verrückt und ich setzte mich erst mal auf das große Bett. Die Tatsache, was gerade in Bills Zimmer vorgefallen war, trieb mir die Tränen in die Augen. Richtig weinen konnte ich jedoch nicht. Ich wollte doch nur glücklich mit Tom sein, mehr verlangte ich doch gar nicht. Ich lies mich rückwärts aufs Bett fallen und beobachtete den Sekundenzeiger des Weckers, der auf dem Nachttisch stand. Es war mittlerweile 19:15 Uhr. Irgendwann schien ich dann eingeschlafen zu sein. Ich merkte nur wie jemand seine Hand auf meinen Bauch legte und spürte kurz darauf auch Lippen auf meinen. Ich erschrak tierisch. Ich zuckte richtig zusammen, was wohl auch Tom zu erschrecken schien. „Was ist denn los?“, fragte er verblüfft. „Ich hab nur nicht damit gerechnet“, schwächte ich die Situation ab. „Wie spät ist es denn?“, setzte ich gleich nach. „Fünf vor acht“, stellte Tom nach einem kurzen Blick auf den Wecker fest. „Dann sollten wir jetzt zu Georg rüber, oder?“, merkte ich an. „Gute Idee. Ich hasse es, der Letzte zu sein“, gab Tom zurück. Beide setzten wir uns wieder auf. Ich lief kurz ins Bad um mein Aussehen zu überprüfen. Als ich zurück kam, grinste mich Tom breit an . „Was ist?“, fragte ich ihn verwirrt. „Du musst nicht prüfen, ob du gut aussiehst, du siehst immer gut aus“, beantwortete Tom mir meine Frage. Lächelnd ging ich zu meinem Freund. Ich legte meine Arme um seinen Hals. „Ich liebe dich“, kam es von mir und ich drückte ihm einen dicken Kuss auf den Mund. Zuerst völlig überrumpelt ging Tom dann schließlich auf den Kuss ein. Er zog sich kurz zurück. „Ich liebe dich auch“, flüsterte er gegen meine Lippen und versiegelte diese wieder. In diesem Moment spürte ich Glück. Nichts als Glück. Für einen kurzen Augenblick schien ich Bill und die Situation vorhin zu vergessen. Ich konnte einfach nicht von Tom lassen, doch ich musste. „Wir sollten jetzt mal rüber gehen, bevor das hier noch unglücklich endet“, lächelte ich Tom an. Dieser bekam ein dickes Grinsen auf sein Gesicht. Er nahm meine Hand und gemeinsam verließen wir das Zimmer. Tom schloss hinter sich ab und wir gingen auf das Zimmer von Georg zu. Tom klopfte in seiner gewöhnlichen Lautstärke an. Wie immer hatte ich Angst um die armen Türen. Wenig später wurde die Tür dann auch schon von Georg geöffnet. „Sei froh, dass das eine Hoteltüre ist und nicht meine eigene zuhause“, grinste Georg breit. Er ging einen Schritt zur Seite und lies uns eintreten. Gustav saß bereits auf dem Boden und hatte ein Bier in der Hand. Vor ihm lagen drei verschiedene DVDs auf dem Boden. „Wir waren gerade am überlegen, was wir für eine einwerfen“, verkündete Georg.

30.3.08 21:32


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