Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 34

Es trat stille in den Wagen ein. Ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen und ich glaube, Tom war nicht fähig dazu, etwas zu sagen. Nur leise Geräusche von dem Sanitäter war zu vernehmen, der verschiedene Untersuchungen bei mir durchführte. Nach ungefähr zehn Minuten Fahrt hielt der Krankenwagen an. Ich wollte schon aufspringen, aber der Sanitäter drückte mich noch einmal zurück auf die Trage. „Bevor ich Sie reinbringe, muss ich nochmals den Blutdruck kontrollieren. Und seien Sie komplett entspannt und denken am Besten an gar nichts!“, gab er mir die Anweisung. Brav blieb ich also liegen und ließ die erneute Kontrolle über mich ergehen. An nichts denken, das ist gar nicht so einfach! Das Gerät machte einen kurzen Pfeifton und man konnte die Werte am Monitor ablesen. „Da sehen Sie’s, der Blutdruck ist schon viel niedriger!“, stellte ich sofort erfreut fest. Der Mann im weißen Kittel runzelte die Stirn. „Na ja, im Normbereich liegt der immer noch nicht. Aber wenigstens besser als vorhin!“, gab er dann doch zu. „Ich sag ja, der Schock und alles, das wird schon wieder!“, gab ich zurück. Der Sanitäter nahm dann meine andere Hand und bedeutete Tom mit einer Handbewegung, ihm zu helfen. Sie wollten mich beide beim Laufen stützen. Das war mir allerdings so unangenehm, dass ich beide Hände abschüttelte. Ich konnte es nicht gebrauchen, wenn man mir Mitleid zusprach oder ähnliches. In solchen Situationen merkt man einfach mal wieder, dass ich vom Sternzeichen Löwe bin und total dickköpfig bin. Am Besten alles selber machen möchte. Beide Männer schauten mich verwundert an. „Das ist mir total unangenehm. Außerdem kann ich ganz gut schon alleine laufen!“, erklärte ich mein Verhalten. Beide wollten etwas erwidern, aber ich schüttelte nur den Kopf. Das musste ich jetzt alleine schaffen, das konnte ja nicht so schwer sein. „Sobald irgendwas ist, krall dich sofort irgendwo an mir fest!“, sagte mir Tom mehrere Male. Nach einer gefühlten Ewigkeit, da ich zwar selbstständig laufen konnte, aber das Ganze dann doch etwas langsam von statten ging, kamen wir an der Ambulanz an. Der Rettungssanitäter erklärte der Frau kurz die Sachlage und diese nannte ihm dann eine Raumnummer. Dieser nickte mit dem Kopf und zeigte in eine Richtung. Wir mussten also noch einen langen Gang entlang laufen, bis wir dort sein würden. Wir waren erst ein paar Schritte gelaufen, bis ich merkte, wie sich alles drehte. Ignorierend lief ich einfach weiter. Es drehte sich alles wie ein Wirbelwind, ich konnte alles nur noch verschwommen sehen. Nur die vielen kleinen Sternchen konnte ich ganz klar blinken sehen. Es kostete mich viel Kraft, einfach weiter zu laufen, ohne mir irgendetwas anmerken zu lassen. Wobei ich glaube, Tom hat es bemerkt, denn er schaute mich mehrmals sorgevoll an. Ich konnte allerdings den Blick nicht erwidern, ich musste stur gerade aus gucken, damit ich nicht einfach umkippte. Mir kam es vor wie ein langer Kaugummi, der Weg bis zum Zimmer. Es scheint, als ob wir nicht mal die Hälfte des Weges zurück gelegt hätten. Hinter mir vernahm ich die Stimmen von Bill, Gustav, Georg und Saki. Die Vier waren gerade erst angekommen, da der Krankenwagen ja mit Sirene und Blaulicht all Ampeln ignorieren konnte. Logischerweise war das dem Van ja nicht möglich. „Ich glaub, ich brauch auch mal Sirene und Blaulicht!“, gab Saki schwer schnaufend von sich. Sie hörten sich an wie nach einem Marathonlauf. Ich drehte mich um und sah wie erwartet vier verschwitze Personen. „Was habt ihr denn getrieben, dass ihr so schwitzt?!“, versuchte ich witzig zu sein. Aber ich glaube, das nahm mir keiner ab, dass es mir gut ging. Alle schauten mich nervös an. „Hey, jetzt guckt doch nicht so als ob es meine Beerdigung wäre!“, beschwerte ich mich, immer noch mit den Wirbelwinden vor meinen Augen. Die Jungs machten jetzt noch einen geknickteren Eindruck. Ich wollte etwas erwidern, doch plötzlich merkte ich einen stark stechenden Schmerz in meinem Kopf und alles wurde schwarz um mich. Wie ich kraftlos zu Boden fiel, bekam ich gar nicht mehr mit.
8.12.07 11:50
 


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