Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 36

Die Krankenschwester notierte sich alles eifrig. Nachdem sie geendet hatte, verließen beide das Zimmer. „Ich hab zu Jenny nur gesagt, sie soll deine Lieblings-CD mitbringen, hoffentlich bringt sie auch was vernünftiges mit, was dir auch gefällt!“, grübelte Bill laut vor sich hin. „Jenny weiß schon, was mir gefällt!“, grinste ich ihn breit an. Er machte große Augen. „Meinst du? Und was glaubst du, bringt sie mit?“, fragte er irritiert. „Na ja, ich gehe jetzt einfach sehr stark davon aus, dass sie Zimmer 483 Live in Europe mitbringt“, verkündete ich. Jetzt schauten mich die Jungs mit großen Augen an. „Nich wirklich, oder?!“, kam es von allen Seiten. Ich nickte nur. „Bin mir zu 99 % sicher!“, fügte ich noch hinzu. Tom saß immer noch auf der Bettkante neben mir und beobachtete mich nachdenklich. „Was ist denn los?“, fragte ich ihn verwirrt. „Nichts“, antwortete er nur tonlos. Das nahm ich ihm nur ganz und gar nicht ab. „Jetzt sag schon! Ich sehe doch, dass dir irgendwas zu schaffen macht!“, bohrte ich weiter. „Ich denke gerade nur daran, wie du da so leblos im Speisesaal lagst und vorhin wieder zusammengeklappt bist. Das ist doch nicht normal!“, beantwortete er mir traurig meine Frage. „Du hast doch den Arzt gehört! Jetzt muss ich halt nachher kurz in dieses blöde Ding und dann werden die Ärzte schon herausfinden, was mit mir los ist!“, redete ich mit Engelszungen auf ihn ein. Tom lies resignierend die Schultern hängen. Ich konnte das Ganze nicht mit ansehen. Mir tat mein Herz weh, ihn so traurig zu sehen. Ich zog ihn ein Stück zu mir runter und berührte behutsam seine Lippen. Genießerisch schloss ich die Augen. Ich war wieder auf meiner Wolke sieben. Wir hatten uns gerade gelöst, als der Schmerz erneut anfing. Diesmal geriet ich allerdings in Panik. Nicht schon wieder. Alles verschwamm und drehte sich schnell. „Tom! Hilf mir!“, brachte ich nur noch keuchend heraus. Ich nahm nur noch verschwommen wahr, wie Gustav aufsprang und aus dem Zimmer rannte. Ich versuchte mich ganz ruhig hinzulegen. Vielleicht legte sich dann der Sturm in meinem Körper wieder oder ich würde wenigstens nicht so lange umkippen. „Wasser“, kam nur noch ein flüstern aus meinem Mund. Sofort griff Tom nach dem Glas, das auf dem Nachtkästchen lag. Vorsichtig führte er es an meine Lippen und ließ mich daran nippen. Offensichtlich war trinken eine richtige Entscheidung gewesen. Kaum hatte ich den Schluck Wasser hinunter geschluckt, konnte ich wieder klarer sehen und es hörte auf, sich zu drehen. Aufseufzend ließ ich mich zurück in meine Kissen fallen, denn zum Trinken hatte ich mich wieder aufrecht hingesetzt. „Boah, das war knapp!“, kam es erleichtert von mir. Ich hatte kaum diese Worte ausgesprochen als ein abgehetzter Gustav mit dem Arzt von vorhin zurück kam. „Was ist passiert?“, fragte der Arzt aufgescheucht. Also erklärte ich kurz was passiert war. „Okay, sobald Ihre Freundin da ist, müssen Sie ins CT. Jetzt wird’s brenzlig“, entschied der Arzt. Er hatte dies gerade erst ausgesprochen, als es an der Tür klopfte. „Herein!“, rief ich sofort Richtung Tür. Eine mehr als schockiert aussehende Jenny kam hereingestürmt. „Hey Süße! Was ist denn passiert? Was machst du nur für Sachen?!“, kam sie aufbrausend auf mich zugelaufen. „Ich kann ja gar nichts dafür!“, „verteidigte“ ich mich. „Selbstverständlich nicht“, entschuldigte sie sich sofort wieder. „Ich hab mir nur den ganzen Weg hier her riesige Sorgen gemacht, weil Bill ja auch nichts genaueres erzählt hat! Er war ja ziemlich kurz angebunden!“, erzählte sie. „Hast du denn die CD? Ich müsste am Besten sofort ins CT“, fragte ich sie. „Klar“, meinte sie sofort und fing an in ihrer Tasche zu wühlen. Sie zog eine CD-Hülle heraus und das Cover verriet mir sofort, dass es sich nur um das Live-Album handeln konnte. „Gewonnen!“, meinte ich triumphierend und hatte ganz vergessen, dass ja der Arzt noch im Raum war. „Wieso?“, fragte Jenny mich verdattert. „Weil ich zu Bill vorhin meinte, dass du wohl zu 99 % diese CD mitbringen würdest! Tja, du kennst mich halt!“, klärte ich sie grinsend auf. Der Arzt schüttelte nur mit dem Kopf, musste allerdings selbst grinsen.
9.12.07 17:06
 


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