Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 37

Er kramte in seinem Kittelsack und zog ein Telefon hervor. „Ja, Sailer hier. Bitte bereiten Sie alles für Frau Winter, Zimmer 12 vom zweiten Stock vor!“, sprach er kurz darauf vermutlich mit einer Krankenschwester. Er legte wieder auf und wandte sich an Jenny. „Am Besten ich nehme die CD gleich mit und gebe sie unten ab“, meinte er dann. Jenny reichte sie ihm und der Arzt drehte sich zu mir zurück. „Es wird gleich eine Schwester kommen und Sie holen. In den Raum, wo das CT stattfinden, dürfen aber keine Besucher hinein“, informierte er mich. Traurig nickte ich. „Kopf hoch, das CT an sich dauert überhaupt nicht lange. Und danach beeile ich mich mit der Auswertung!“, versprach er mir. Ich versuchte gequält zu lächeln, was aber gänzlich misslang. Der Arzt nickte uns allen noch einmal zu und ging dann aus dem Zimmer. Traurig ging mein Blick zurück zu Tom. Der sah auch alles andere als begeistert aus. „Dann geht wenigstens ein Kaffee trinken, bis ich fertig bin“, versuchte ich die Truppe zu animieren. Allgemeines murren war die Antwort. „Ich wird die Schwester so lange bearbeiten, bis sie soweit ist, dass sie euch sofort holen kommt, wenn’s mir wieder schlecht geht oder ich fertig bin“, versprach ich. Keiner antwortete mir. „Bin ich euer Alleinunterhalter?“, fragte ich lachend. „So und jetzt raus“, meinte ich, als ich das Klopfen an der Tür vernahm. Kurz darauf steckte eine Krankenschwester ihren Kopf ins Zimmer. „Hallo! Ich soll Sie abholen kommen!“, meinte sie fröhlich. Jenny, Bill, Georg und Gustav liefen voran und aus dem Zimmer. Aber nicht ohne mir vorher viel Glück zu wünschen. Viel Glück? Ich selber machte ja nicht viel, ich musste ja nur da liegen. Tom saß immer noch auf der Bettkante und betrachtete mich besorgt. „Tom! Komm endlich!“, trieb Georg meinen Freund an. „Jaja!“, schrie dieser zurück. Ich zog ihn zu mir nach unten und setzte einen Kuss auf seine Lippen. Hoffentlich würde alles vorbei gehen. „Bis gleich“, verabschiedete ich mich von ihm. Er wiederholte meine Worte und ging zu den Anderen nach draußen. Die Schwester löste die Bremsen und fuhr mit mir aus dem Zimmer. Mir wäre es zwar hundert Mal lieber gewesen, selber zu laufen, aber der Arzt hatte ausdrücklich darauf bestanden, dass ich gefahren werden würde. Zumindest behauptete das die Schwester. Sie fuhr mit mir zum Aufzug und wartete bis er kam. Endlich macht er sein „Pling“ und öffnete sich. Kurz darauf waren wir auch schon beide drin und sie drückte „-1“. Na super, auch noch im Keller. Wahrscheinlich ein Raum weiter, wo sie die ganzen noch zu obduzierenden Leichen lagern. Na herrlich. Und dann soll man sich entspannen in einer Röhre. Im Keller angekommen stellte ich allerdings fest, dass der nicht wie der Rest des Krankenhauses weiß gestrichen war, sondern total bunt. Die Krankenschwestern sah meinen verwunderten Blick. „Hier unten ist auch der Kreissaal“, erzählte sie mir. Sie fuhr mit mir einen kleinen Gang entlang und drückte dann auf eine Klingel. Kurz darauf öffneten sich die großen Flügeltüren. Sie fuhr vorwärts und ich sah schon Dr. Sailer auf uns zu laufen. „CT 3 ist frei“, meinte er zu der Schwester und diese bog rechts ab. Der Arzt folgte uns und ging mit uns in einen Raum. Dort stand lediglich das CT. Ich stand vorsichtig auf und legte mich auf die Liege, die dann in die Röhre fahren würde. Der Arzt und die Krankenschwester verließen wieder den Raum und gingen in das Nachbarzimmer. Von dort aus konnte man durch die Scheibe auf das CT sehen und auch durch Computerbefehle eben dieses starten. „Kann es losgehen?“, hörte ich durch einen Lautsprecher. Da ich nicht wusste, ob hier auch irgendwo ein Mikro war um mich hören zu können, nickte ich einfach nur. Kurz darauf vernahm ich die Anfangsklänge des Live-Albums und das rumoren des Gerätes. Langsam fuhr die Trage in die Richtung der Öffnung. Da der Arzt ja nur Aufnahmen vom Kopf brauchte, wurde ich nur bis zu den Schultern hinein gefahren. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf die Musik und konnte mich total entspannen dabei. Gerade erst hatte „Reden“ geendet, als die Musik stoppte und die Trage zurück fuhr. Ich setzte mich auf und gleich darauf kam auch der Arzt wieder herein. „So Frau Winter. Sie dürfen jetzt wieder auf Ihr Zimmer. Ich komme nachher vorbei und bringe Ihnen die Ergebnisse“, informierte er mich. Die Schwester kam herein und ich legte mich wieder in das Krankenhausbett.
9.12.07 19:06
 


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