Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 38

Sie fuhr mit mir den ganzen Weg zurück in mein Zimmer. Dort angekommen bat ich sie, die Jungs und Jenny in der Kantine zu informieren, dass ich jetzt wieder hier oben wäre. Sie nickte und ging aus dem Zimmer. Hoffentlich würden sie bald kommen. Und vor allem wartete ich auf Tom. Ich brauchte jetzt ganz dringend seine Nähe. Ich hing noch einigen Augenblicken meinen Gedanken nach, bis es klopfte. „Herein“, rief ich freudig. Es war allerdings nicht die Truppe, sondern der Arzt. „So Frau Winter, ich habe mich wirklich beeilt und sogar der Chefarzt hat sich das ganze noch angeschaut, um wirklich sicher zu gehen. Wie vermutet haben Sie innere Verletzungen. Bei dem Aufprall im Speisesaal wurde eine Ader verletzt und dort blutet es ständig raus. Und wenn dann wieder eine Masse gestockt hat, dann drückt das auf einen Nerv und Sie werden bewusstlos. Mal drückt er auf den Sehnerv, mal auf andere Nerven. Wir sollten so schnell wie möglich diese Stelle operieren. Zu viel Blut sollten Sie auch nicht verlieren“, brachte er tonlos hervor. Mir wurde ganz schlecht. „Wann muss ich denn operiert werden?“, fragte ich ebenfalls tonlos. „Ich habe schon alles herrichten lassen, am Besten wir operieren gleich. Aber Sie müssen vorher noch hier unterschreiben!“, erklärte er mir und hielt mir ein Formular hin. Zögernd nahm ich den Kugelschreiber, den er mir mit der anderen Hand hinstreckte und unterschrieb. Hoffentlich beeilten sich die Jungs und Jenny, damit ich ihnen noch Bescheid geben könnte. Nicht dass sie voller Freude ins Zimmer stürmen und keine Menschenseele mehr hier wäre. Auch Dr. Sailer nannte ich meine Befürchtungen. „Schwester Susanne wird hier im Zimmer bleiben und auf ihren Besuch warten. Ich nehme Sie am Besten sofort mit“, entschied er. Mir war so unwohl bei dem Gedanken in eine OP zu müssen. Der Arzt öffnete die Tür und fuhr mit meinem Bett hinaus. Draußen auf dem Gang liefen gerade zwei Schwestern. „Ah, gut dass Sie da sind Schwester Susanne! Gehen Sie doch ins Zimmer 12 und sagen Sie den Besuchern, wenn sie kommen, dass wir die Patientin operieren mussten. Wir rechnen mit einer OP-Zeit von 1,5 Stunden. Sie können gerne bis außerhalb der Besucherzeit bleiben“, rasselte er herunter. „Ach und Schwester Anna? Könnten Sie Frau Winter in den OP 7 bringen? Ich muss noch schnell ins Ärztezimmer und komme gleich nach“, fragte er an die andere Schwester gewandt. Beide Schwestern nickten und beide taten wie ihnen geheißen. Ich glaube Tom hätte sich auch wohl kaum aus dem Krankenhaus schmeißen lassen, wenn die Besuchszeit vorbei wäre aber ich noch nicht wieder zurück wäre. So schob mich Schwester Anna ziemlich gemütlich durch die Gänge und hielt vor dem Aufzug. Dieser öffnete sich auch sogleich und wir könnten hinein. Sie drückte eine Taste und die Türen schlossen sich. Zwei Etagen höher stoppte der Aufzug wieder und Schwester Anna schob mich aus dem Aufzug. Noch eine Linkskurve und sie hielt vor einer Tür. „OP-SAAL 7 UNBEFUGTEN IST DAS BETRETEN UNTERSAGT!“, stand auf der Tür. Oh wie gerne wäre ich jetzt unbefugt. Die Tür wurde per Schalter geöffnet und sie fuhr mit mir hinein. Im Vorraum musste ich mich ausziehen und so einen OP-Kittel anziehen. Musste man ja immer, egal wegen was. Frierend folgte ich der Schwester und legte mich auf den OP-Tisch. Dort war bereits eine andere Schwester, die mich freundlich anlächelte. Sie hielt ein Glas Wasser in der Hand und eine ovale Tablette. „Hier. Damit kannst du schön schlummern während die Ärzte das Kind schon schaukeln“, meinte sie freundlich. Wirklich aufmuntern konnte sie mich mit diesen Worten nicht. Ich nahm ihr also die Tablette und das Glas Wasser ab und nahm die Tablette ein. Vorsichtig legte ich mich rückwärts auf die Liege und wartete auf den Schlaf. Was Tom wohl gerade machte? Ob Schwester Susanne schon alle informiert hätte? Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Einen letzten schönen Gedanken an Tom und ich glitt ins Traumland. Von der OP bekam ich gar nichts mit, sondern träumte friedlich von Tom und mir, wie wir zusammen beim Italiener saßen. Mir kam es vor, als ob ich nur fünf Minuten geschlafen hätte, als mich jemand am Arm rüttelte.
9.12.07 21:39
 


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