Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 39

„Wasn los?“, kam völlig verschlafen von mir. „Frau Winter, aufwachen“, vernahm ich nur die freundliche Stimme von Schwester Anna. „Sind Sie schon fertig? Ich bin doch gerade erst eingeschlafen“, fragte ich ungläubig. Schwester Anna fing an zu lachen. „Nicht ganz fünf Minuten. Eher knappe zwei Stunden später“. Ich riss verwundert meine Augen auf. „Darf ich mich dann schon wieder normal anziehen und zu meinem Besuch?“, bettelte ich. „Deswegen bin ich ja da. Wir sind seit einer halben Stunde mit der OP fertig und ein junger Mann fragt mich alle zwei Minuten, wenn er denn wieder zu Ihnen dürfe“, meinte sie verschmitzt. „Ist die OP eigentlich gut verlaufen?“, fiel mir die Frage ein. „Die OP ist vollkommen gut verlaufen. Sie müssen sich nur in nächster Zeit noch etwas schonen, aber sonst sind Sie wieder völlig wiederhergestellt“, flötete sie fröhlich vor sich hin. Sie half mir beim Aufstehen und hatte auch schon die Klamotten von mir dabei, die ich vor der OP ausgezogen hatte. Ich stellte mich also hin und fing an, mich wieder einzukleiden. Mensch, wie ich mich freute, alle wieder zu sehen. Keine zwei Minuten war ich komplett wieder angezogen. „Na da hat es aber jemand eilig“, lachte Schwester Susanne. „Jepp“, meinte ich nicht minder lachend zurück. „Darf ich jetzt wieder laufen, oder müssen Sie mich wieder durch die Gänge schieben?“, fragte ich vorsichtig. „Also, wenn Sie nichts dagegen haben, wenn ich mit Ihnen mitlaufe, dann können wir auch zusammen laufen“, schlug sie vor. Ich war total begeistert von der Vorstellung endlich nicht so behätschelt zu werden. Zusammen liefen wir also aus dem Aufwachraum und zurück in meine Station. Wir brauchten ungefähr eine viertel Stunde, bis wir dort ankamen. Ich hätte ja schneller laufen können, aber Schwester Susanne bremste mich immer wieder aus und hielt mich zur Vorsicht an. Natürlich wollte ich selbst am Wenigsten, dass es doch noch irgendwelche Komplikationen geben sollte. An meinem Zimmer angekommen drückte ich leise die Türklinke nach unten und betrat mein Zimmer. Sofort schnellten fünf Augenpaare zu mir. „Da bist du ja endlich! Dein Bett ist schon seit einer halben Stunde hier oben und ich hab mir schon die größten Sorgen gemacht!“, sprudelte Tom vor sich hin und war auch mit einem Satz bei mir. „War das dann der junge Mann, der nicht mehr zu bremsen war?“, fragte ich schelmisch die Schwester. Diese nickte nur breit grinsend. „Wenn noch irgendetwas ist, bitte klingeln Sie einfach. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, meinte sie noch, als sie in der Tür stand und schließlich dann das Zimmer verließ. Tom schnappte sich sofort meinen Arm und führte mich zu meinem Bett. „Du behandelst mich ja wie eine Oma, die selber nicht mehr über die Straße kommt“, spielte ich die beleidigte Leberwurst. Tom grinste sich nur einen und half mir, mich ins Bett zu legen. Sofort zog ich meine Bettdecke bis zum Kinn nach oben. „Himmel, was habt ihr denn hier drinnen gemacht, dass es so kalt ist?“, fragte ich entsetzt in die Runde. „Wir haben ein bisschen das Fenster aufgemacht, damit das hier drinnen nicht so nach Krankenhaus riecht“, erklärte mir Gustav. „Jetzt riech ich zwar kein Krankenhausgeruch mehr, erfrier hier aber halb“, „schmollte“ ich. „Und wer wärmt mich jetzt?“, bohrte ich weiter. Ich schob meine Unterlippe nach vorne und schaute von einem zum Anderen. Tom lies ich vorerst aus. „Niemand? Na ihr seit mir vielleicht Freunde“, schmollte ich weiter. „Nimm doch einfach mich“, kam es entrüstet von Tom. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen. Ich hob ein wenig die Bettdecke an, Tom schlüpfte sogleich aus seinen Schuhen und zu mir unter die Decke. Die Krankenhausbetten sind ja ziemlich breit, da hat man zu zweit schon genug Platz, wie ich verwundert feststellte. Ich kuschelte mich ganz eng an Tom und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Ich will nie wieder ohne dich sein“, flüsterte ich an seinen Hals. Tom lächelte mich liebevoll an und zog mich noch enger an sich. „Das würde ich auch nicht erlauben“, antwortete er. „So, bevor die uns jetzt doch noch rausschmeißen, gehen wir lieber. Aber ich denke nicht, dass jemand Rabatz macht, wenn Tom bei dir bleibt“, meinte Georg. Die Anderen nickten und jeder verabschiedete sich bei mir bis zum nächsten Tag. Die Jungs würden ins Hotel zurück fahren und Jenny zu sich.
9.12.07 22:10
 


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