Aftershowparty


Die geheimnisvolle Fremde


Dance for me Baby!


Nachholstunde mit Folgen

Kapitel 48

„Nu is aber gut! Sonst ist der Mascara überhaupt nicht mehr da, wo er hingehört“, munterte mich Jenny auf. Nur zu gut wusste ich, dass sie mit solchen Sprüchen sich selber überspielt, damit sie selbst nicht weinen musste. Nun kamen auch die Jungs aus dem Van gekrabbelt. Jenny löste sich von mir und wandte sich den Jungs zu. „Danke euch kennen gelernt zu haben! Und passt mir auf meine Maus auf!“, meinte sie schließlich und wollte ihnen die Hand hinstrecken. Die Beiden schauten sie stirnrunzelnd an und einer nach dem anderen umarmte sie. Gequält lächelnd blickte ich Jenny an. Ich würde aus Berlin mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen. Weinend, weil es mir das Herz zerbrach, sie auf ungewisse Zeit nicht mehr sehen zu können. Sie gab mir einen kleinen Klaps auf den Po, drückte mir noch ein kurzes Bussi auf und schob mich schließlich Richtung Van. Die Jungs stiegen ein, ich blieb zögernd am Van stehen. Da viel mir was siedend heiß ein. „Verdammt! Also ich sollte vielleicht auch noch meine Klamotten von Jenny mitnehmen!“, rief ich aus. Ich musste lauthals über meine Schusseligkeit lachen. So was hätte auch nur mir passieren können. Ich ging also zurück zu Jenny und lief mit ihr hoch, um meinen Koffer zu holen. Oben angekommen, schnappte ich ihn mir und verabschiedete mich von Jennys Familie noch. Jenny wollte noch mal mit mir runter kommen. Also stiegen wir wieder in den Aufzug und fuhren ins Erdgeschoss. Draußen angekommen, drehe ich mich nochmals nach meiner besten Freundin um. Diese nickte mir zu und ich stieg schließlich ein. Ein letztes Winken von uns allen und die Tür wurde zugemacht. Nur Gott wusste, wann ich sie wieder sehen sollte. Saki fuhr los und ich fing an, wild zu winken. Mir war es relativ egal, ob es total unwahrscheinlich war, dass man das durch die getönten Scheiben sehen konnte, oder nicht. Erst als wir um eine Ecke bogen und ich Jenny nicht mehr sehen konnte, lies ich es bleiben. Mir ging es gar nicht gut. Eigentlich sollte ich mich ja freuen. Freuen auf die Tage mit Tom. Dieser merkte, dass mir nicht gut war. Er legte seinen Arm um meine Hüfte und zog mich somit noch enger an sich. Meinen Kopf legte ich auf seine Schultern. Ich schloss die Augen, wollte mich entspannen. Vielleicht konnte ich ja ein wenig schlafen, bis wir im Hotel ankommen würden. Doch daraus wurde leider nichts. Gerade hatte ich meine Augen geschlossen, öffnete ich sofort meine Augen wieder, als ich lautes Humpenkonzert vernahm. „Was ist denn da draußen los?“, fragte ich laut in die Runde. „Da vorne ist so ein Trottel einfach in ein andres Auto reingefahren. Jetzt ist hier natürlich Stau“, informierte uns Saki. Na super. Es konnte eigentlich heute nicht mehr schlimmer kommen. Georg kramte sich aus seiner Hosentasche seinen iPod und stöpselte sich die Kopfhörer in die Ohren. „Tom? Lass uns heute dann nicht mehr so viel machen, wenn wir im Hotel sind. Ich bin hundemüde“, gab ich von mir und wie zur Bekräftigung musste ich einmal kräftig gähnen. „Ich merk schon, mein Engel ist wirklich hundemüde. Wenn du nichts mehr machen willst, ist das für mich auch kein Problem. Am Besten wir machen nur noch unsere Koffer fertig und legen uns dann hin“, antwortete er mir. Dankbar nickte ich. Tom setzte einen Kuss auf meine Stirn und zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen. Niemand auf dieser Welt konnte uns zwei je wieder trennen. Für ihn würde ich durchs Feuer und noch viel weiter gehen. Ich hob meinen Kopf an. Erwartungsvoll blickte mir Tom in die Augen. „Ich liebe dich“, hauche ich kaum hörbar. Doch Tom verstand es. „Ich liebe dich auch“, flüsterte er zurück. Kurz drauf verschloss er seine Lippen mit den meinigen. Es folgte wahrscheinlich der zärtlichste Kuss zwischen uns, den wir bisher gehabt hatten. Wie Elfen so leicht. Und doch steckten alle Gefühle gegenüber des anderen drin. Wir bekamen gar nicht richtig mit, wie Saki wieder losfahren konnte. Als wir uns lösten stellten wir dies allerdings erstaunt fest. Glücklich kuschelte ich mich eng an meinen Freund und genoss einfach die Wärme, die dieser ausstrahlte. Nichts und niemand würde uns trennen, das schwur ich mir in diesen Minuten.

15.2.08 18:23
 


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